Mailserver konfigurieren

Der Open School Server ist ein vollwertiger E-Mail-Server mit SPAM-Filter und Virenscanner. Prinzipiell ist der OSS out-of-the-box so konfiguriert, dass dieser E-Mails versenden und für die konfigurierte Internet-Domain E-Mails empfangen kann. Je nach Art der Internetverbindung sind jedoch noch Konfigurationsarbeiten notwendig, damit die E-Mails problemlos versendet und empfangen werden können.

Versenden von E-Mails

Der OSS (wie fast alle Linux Rechner der Welt) kann out-of-the-box E-Mails versenden, da Linux Rechner in der Lage sind die Mailrouten zu ermitteln. Das Problem ist jedoch, dass diese E-Mails nicht immer empfangen werden. Grund dafür ist die enorme Menge an SPAM. Die großen Internetprovider nehmen E-Mails nur noch unter bestimmten Bedingungen an:

  1. Die E-Mail muss von einem Mailserver mit einer festen offiziellen IP-Adresse versendet werden.
  2. Für die IP-Adresse des versendenden Mailservers muss ein Revers-Lookup-Eintrag existieren.
  3. Der Mailserver darf nicht auf bestimmten Black-List-Servern gelistet sein.

Internetzugang mit Standleitung 

Hat Ihre Schule also eine Internetanbindung mit einer festen IP-Adresse, können Sie ohne Probleme E-Mails versenden, Sie müssen lediglich dafür sorgen, dass die IP-Adresse auflösbar ist (Revers-Lookup). Dafür kann Ihr Internetprovier sorgen.

Internetzugang über DSL/ISDN/Modem

In diesem Fall müssen Sie die E-Mails unbedingt über einen Mailrelay versenden. Den DNS-Namen oder die IP-Adresse des Mailrelays können Sie über die Adminoberfläche unter Mail  → Postfix eintragen. Einen Mailrelay kann Ihnen Ihr Internetprovider anbieten.

Empfangen von E-Mails

Die E-Mails können direkt empfangen oder abgeholt werden.

Direktempfang von E-Mails

Sie müssen dafür sorgen, dass das Port 25 (SMTP) des OSSs aus dem Internet erreichbar ist:

  1. Ist der OSS über einen Router mit dem Internet verbunden aktiviern Sie die Portweiterleitung für diesen Port.
  2. Öffnen Sie das SMTP Port des OSSs über die Adminoberfläche: Sicherheit Externer Zugriff .
  3. Konfigurieren Sie den Postfix so, dass dieser auch auf die externe Schittstelle lauscht.  Setzen Sie dazu die Variable inet_interfaces in der Datei /etc/postfix/main.cf auf all und starten Sie Postfix mit dem Befehl rcpostfix restart neu.

Verfügt Ihre Schule über  einen Internetzugang mit festen offiziellen IP-Adressen (Standleitung) können Sie diese IP-Adresse als MX-Eintrag für Ihre Internetdomain bei Ihrem Provider eintragen lassen. In diesem Fall werden alle E-Mails direkt dem OSSs gesendet.

Haben Sie keine feste IP-Adresse, müssen Sie einen dynDNS-Namen reservieren und auf dem Router oder ggf. auf dem OSS dynDNS einrichten. Einige Provider leiten E-Mails auch an dynDNS-Namen  weiter. 

E-Mails abholen

Alternativ kann man die E-Mails per POP3 Protokol vom E-Mail-Provider abholen. Dafür muss man den Fetchmail-Dämon konfigurieren. Wenn Sie mehrere nicht multidrop Mailboxen abholen müssen, können Sie den Fetchmail-Dämon mit dem YaST2 mail-server Modul (Mail abrufen) konfigurieren.

Wenn Sie E-Mails aus einer multidrop Mailbox abholen müssen Sie als erstes mit dem YaST2 mail-server Modul den Zeitplan für das Abholen einstellen. Anschließend müssen Sie die /etc/fetchmailrc Datei mit folgendem Inhalt (alles in einer Zeile) anlegen:

poll <Provider-Mailserver> localdomains <Ihre DNS-Domain>: user < Benutzernam> with pass <Passwort> to * here

Natürlich müssen Sie die entsprechenden  Angaben anpassen. Zum Beispiel:

poll pop.provider.net localdomains loonytoons.org toons.org: user maildrop with pass secret1 to * here

tl_files/FuR/images/howto/y2-mail-server-fetchmail.png

 

YaST2 mail-server Modul Fetchmail

Zuletzt aktualisiert am 02.07.2014 von admin.

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